Wenn vor den Finalspielen zu Ehren der beiden Teams die Nationalhymne gespielt wird, sich die Zuschauer in der voll besetzten Halle in Neuss erheben, der eigene Fanblock danach „in Wallung“ gerät – dann kann man schon einmal träumen…

Doch beginnen wir vorne bei den Planungen zu diesem handballerischen Großevent in unmittelbarer Nähe zu unserer Heimat. Der Cup sollte eines von zwei Herausforderungen und Highlights für unserer Mädels der weiblichen D-Jugend sein. Mit dem Gewinn des „Kolding-Cups“ über Ostern in Dänemark hatte man schon eine Duftmarke hinterlassen. Mit Blick auf das Teilnehmerfeld beim Quirinus-Cup war allen klar, dass das 16 Teams umfassende Teilnehmerfeld recht anspruchsvoll werden wird.
Neben internationalen Teams aus Holland und Moldawien trafen sich in Neuss auch die Top-Teams aus dem Nordrhein. Die Turnerschaft St. Tönis sowie unsere Handballfreunde der JSG Dünnwald-Köln durften sich ebenso Hoffnung auf den Turniersieg machen wie die Handballschule aus Brabant – einer Auswahlmannschaft, die die besten Nachwuchstalente des Jahrgangs 2013 aus den Vereinen rund um Eindhoven, Breda & Tilburg vereinte.
Auch St. Tönis trat im Team 1 mit dem komplett älteren Jahrgang 2013 an. Unser Team startete bis auf eine Ausnahme mit Spielerinnen des Jahrgangs 2014.
Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl von 16 Teams begann das Turniert bereits am Freitagabend mit zwei Spielen für unsere „jungen Ladies“. Im Auftaktspiel gegen die HSG Goldstein / Schwanheim gelang ein ungefährdeter 19:4 Sieg über 25 Minuten. Im zweiten Spiel wurde die moldawische Auswahl aus Chisinau mit 26:10 besiegt – Auftakt geglückt.
Bereits am Freitag konnten die Spielanteile auf alle Spielerinnen verteilt werden, alle Mädels konnten sich in die Torschützenliste eintragen und auch unser Torwartteam zeigte eine ansprechende Leistung.

Zu diesem Zeitpunkt ahnten weder unsere Mädels noch das Trainerteam, welch große Herausforderung (im wahrsten Sinne des Wortes) am Folgetag wartete…
Die Handballschule Brabant mit ihrem Trainer Hans de Rooij bat zum Match. Körperlich eine Etage über unseren Mädels angesiedelt sowie technisch gut ausgebildet präsentierte sich die Auswahlmannschaft des Jahrgangs 2013 bereits beim Aufwärmen.
Von der ersten Sekunde an war klar, dass die Favoritenrolle bei den niederländischen Mädels lag und nur mit einer top Leistung Aussicht auf Zählbares möglich war. Unsere Mädels nahmen den Kampf an und kamen gut ins Spiel, auch wenn vor allem zu Beginn die Auswahlmannschaft immer wieder ausgleichen konnte. Vor allem das konzeptionelle Spiel mit Auslösehandlungen stellte die Sportschule jedoch immer wieder vor Probleme. Hinzu steigerten sich unsere Abwehr sowie unsere Torhüterinnen und ließen in 15 Minuten nur 9 Gegentreffer zu. Bei 13 erzielten Toren unsererseits war die erste Überraschung perfekt und der vermutlich schwerste Gegner in der Gruppe bezwungen.
Das Spiel gegen die gleichaltrigen Mädels von St. Tönis 2 wurde unsererseits nicht unterschätzt und ebenfalls konzentriert angegangen. Bei ausgeglichenen Spielanteilen wurde das vorletzte Spiel 17:7 gewonnen. Das Team der SG Rheinauen konnte im letzten Spiel mit 24:8 geschlagen werden.

Beim abschließenden Kaltgetränk mit den Mädels und den Eltern wurde ein durchweg positives Fazit des ersten Tags gefasst. Offensichtlich waren bei unseren Mädels noch Reserven vorhanden, die bei dem ein oder anderen Tänzchen freigesetzt wurden…

Sonntag in der Früh stand dann das Viertelfinale gegen die Sportschule Brabant 2 an, ein Team, welches aus gleichaltrigen Mädchen des Jahrgangs 2014 bestand. Auch wenn das Spiel mit 24:12 deutlich gewonnen wurde, so schlichen sich einige Konzentrationsfehler in das Spiel unserer Ladies ein.
Diese Tendenz setzte sich leider auch im Halbfinale gegen Werder Bremen fort. Die Mädels aus dem Norden überzeugten mit einigen schönen Aktionen und Toren, vor allen Dingen aus dem 1:1 Spiel heraus. Erst in der zweiten Halbzeit schalteten unsere Mädels einen Gang hoch und gewannen das Spiel mit 19:12 – verdient, aber spielerisch nicht schön.
Es folgte eine Aufbereitung der beiden Partien unmittelbar nach dem Halbfinale, um sofort zu signalisieren, dass mit einer ähnlichen Leistung im Endspiel wohl möglich nichts zu holen sein wird. Körperlich und spielerisch zu stark schienen die Mädels von St. Tönis 1, die sich gegen Brabant 1 sowie die JSG Dünnwald / Köln durchsetzen konnten und dabei überzeugten.
Mit dem Wechsel der Sporthalle zum „Finalort Hammfeldhalle“ wurde das Team fokussierter. Zunächst wurde gemeinsam mit den Eltern unsere weibliche E-Jugend angefeuert, die sich ebenfalls in einem packenden Halbfinale gegen Sokol Pisek durchsetzen konnten und die mit Gastspielern verstärkten Gegner aus Solingen-Grefrath im Finale erwarteten.
Vielleicht war die tolle Aufholjagt unserer Mädels, die vom Turniersieg gekrönt wurde, noch einmal ein Faktor, die richtige Einstellung zum eigenen Spiel zu finden. In der taktischen Vorbesprechung wurde überlegt, wie man der körperlichen Überlegenheit der Tönis-Mädels idealerweise begegnet und mit welchen Maßnahmen man selbst zum Torerfolg kommen wollte.
Die 1:0 Führung per Siebenmeter sollte die einzige Führung für St. Tönis bleiben, was zu diesem Zeitpunkt natürlich keiner ahnen konnte. Konsequent und laufbereit in der Abwehr, einige sehenswerte Torwartparaden sowie fokussiert und diszipliniert im Angriff wurde einen 4:1 Führung erspielt. Die zahlreichen und lautstarken Fans im vollen HC-Fanblock staunten nicht schlecht. War hier tatsächlich mit der jüngeren Mannschaft gegen den Favoriten eine kleine Sensation möglich?
Tönis kam wieder heran und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In einem harten Spiel überzeugten auch die beiden Schiedsrichterinnen aus Düsseldorf mit klarer Linie. Es blieb spannend, doch zumeist konnten unsere Mädels einen zwei Tore Führung halten und zum Ende diese sogar noch ausbauen.
Der Jubel kannte nach dem 16:12 Endstand natürlich keine Grenzen. Gemeinsam mit den Eltern schallte von weiblicher E- und D-Jugend ein „Super Weiden“ durch die Halle – Gänsehaut.

Wie immer klatschten sich beide Teams nach dem Spiel respektvoll ab und gratulierten sich gegenseitig. Im Anschluss startete dann die Feier mit den Eltern vor der Halle. Schnell wurden zwei Pavillons mit HC Fahnen ausgestattet und der Umsatz an Kaltgetränken gesteigert – große und kleine „Feierbiester“ eben…

Im Fazit können wir festhalten, dass die beiden Turniersiege für unsere Mädels ein toller Lohn für viel Schweiß und Training war und ist. Permanente Wiederholungen, offene Kommunikation und Verbesserungen, Fleiß und Einstellung – all dies wurde am Wochenende mit dem Sieg beim Quirinus-Cup belohnt – und dies mit fast ausschließlich Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs.

Ein großer Dank geht an die Organisatoren und Sponsoren, zu denen wir ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen konnten, sowie den zahlreichen Helfern in allen Hallen – WAHNSINN, was ihr dort wieder auf die Beine gestellt habt. Ein Dank geht auch an die Schiedsrichter, die während des gesamten Turniers gute Entscheidungen getroffen haben und die Partien gut im Griff hatten. Euer Engagement für unseren Sport ist nicht selbstverständlich.
Gerne kommen wir im nächsten Jahr wieder zu Euch, um unseren Titel zu verteidigen. Unsere Elternschaft hälft sich den Pfingsttermin schon einmal frei…
Gefreut haben wir uns auch über die zahlreichen, sehr wertschätzenden Rückmeldungen anderer Vereine, die uns und unseren Verein über die Sozialen Medien verfolgen. Wir freuen uns über die geknüpften Kontakte und hoffen, dass wir das ein oder andere von dem umsetzen können, war wir gemeinsam besprochen haben.

