Geschafft! So könnte man den Gemütszustand aber auch die emotionale Situation der Mädels unserer weiblichen C-Jugend beschreiben. Mit dem alles andere als selbstverständlichen zweiten Platz in einer Gruppe, die wohl die stärkste von insgesamt 6 Gruppen war, spielt unser Team im kommenden Jahr in der überregionalen Oberliga.
Die Ausgangslage war sowohl den Spielerinnen als auch dem Trainerteam bekannt. Köln mit der Kooperation mit Königsdorf, Aldekerk und St. Tönis vermutlich mit der starken C1, die bereits für die Regionalliga „gesetzt“ waren, stellten im Vorfeld eine extrem anspruchsvolle Aufgabe dar, die im „worst case“ auch eine Saison auf Kreisebene hätte bedeuten können.
Da St. Tönis im wahrsten Sinne des Wortes in einer anderen Liga sportlich anzusiedeln ist, galt es, sich akribisch auf Aldekerk und den FC vorzubereiten. Unitas Haan komplettierte das Teilnehmerfeld und war aufgrund der Ergebnisse aus der Vorqualifikation das schwächste Team.
Begleitet von sehr vielen und lautstarken Fans starteten wir unsere Reise zum Austragungsort Tönis fokussiert und natürlich auch angespannt. Gleich zum Auftakt musste über 25 Minuten geliefert werden gegen den 1. FC Köln.
In den ersten Minuten gestaltete sich das Spiel ausgeglichen, Köln fand besser ins Spiel und führte bis zur 4. Spielminute verdient. Mit einem Zwischenspurt konnte das Spiel zu unseren Gunsten gedreht werden, doch bis zur 9. Minuten blieb es eng und der FC war beim 7:6 auf Schlagdistanz.

Unser Team schaltete dann einen weiteren Gang hoch. Die auf die Abwehr des FC einstudierten Auftakthandlungen funktionierten hervorragend, so dass die Führung über 10:6, 13:7 bis zum 18:9 Endstand ausgebaut wurde.
Man merkte unserem Team an, dass es durch diverse anspruchsvolle Turniere bereits mit „Stresssituationen“ umgehen konnte. Dies gepaart mit attraktivem Handballspiel waren der Gewinnbringer für das Auftaktmatch gegen die Domstädter.

Nach einem Spiel Pause kam die zweite Aufgabe gegen den TV Aldekerk. Auch für diese Aufgabe war das Team bereits im Vorfeld intensiv in Abwehr und Angriff eingestellt worden. Nun galt es im Angriff, Lösungen gegen die offensive 3:2:1 bzw. 3:3 Deckung zu finden und in der Abwehr „stabil“ gegen körperlich wie handballerisch starke Gegner zu stehen.
Die 1:0 Führung für Aldekerk sollte die erste und einzige Führung für den Nachwuchs des Leistungszentrums bleiben. Mit konsequenter Abwehrarbeit, guten Torwartleistung sowie ansehnlichem Angriffsspiel konnte eine beruhigende 10:4 (14.Spielminute) Führung erspielt werden, die dann über 15:6 (18. Spielminute), 20:7 (23. Spielminute) zum verdienten 21:10 Endergebnis ausgebaut wurde.

Vermutlich war es bis zu den Weidener Handballtagen im #handballdorf zu hören, welche Last in diesem Moment vom Team abgefallen ist. Gerne wären wir natürlich auch dort mit dabei gewesen, doch haben wir uns riesig über das Daumendrücken und den „Support aus der Ferne“ über alle Kanäle gefreut!!!
Gerne möchten wir an dieser Stelle auch die Leistungen der Schiedsrichter würdigen, die konsequent, empathisch und mit Fingerspitzengefühl jederzeit die Spiele gut im Griff hatten. Danke auch für Euer wertschätzendes Feedback!
Unitas Haan war für uns die große Unbekannte in der Gruppe. Unterschätzen wollten wir die Mädels auf keinen Fall, so dass wir ebenfalls fokussiert an dieses Spiel herangegangen sind. Final stand ein 31:10 auf der Anzeigetafel. Platz zwei und die Qualifikation für die Oberliga war somit sicher.

Die schwerste und vermutlich auch unlösbare Aufgabe wartete dann zum Schluss: St. Tönis. Im Krefelder Grenzland kommen ab der D-Jugend mehr und mehr alle leistungsorientierte Handballer anderer Vereine zusammen, die dann ambitioniert weiterentwickelt werden. Uns war bewusst, dass wir in diesem Spiel noch nicht einmal eine Außenseiterchance haben werden, doch „abschenken“ wollten wir das Spiel natürlich auch nicht.
Bereits vor dem Spiel war zu spüren, dass einige Mädels an ihre Grenzen und darüber hinaus gegangen sind. Viel Energie steckte nicht mehr in unserem kleinen Kader. St. Tönis agierte mit voller Bank und taktisch gut eingestellt.
Umso mehr überraschte es, dass unsere Mädels zu Beginn mithalten konnten. Bis zur 8. Minute gelang es sogar, drei Mal in Führung zu gehen und beim Stande von 6:7 in der 12. Spielminute waren wir noch immer auf Schlagdistanz.
Trainer und Zuschauer sahen den zunehmenden Kräfteverschleiß unserer Mädels und es passierte, was nicht passieren sollte: St. Tönis konnte über eine stabile Abwehr technische Fehler bei uns erzwingen und daraus einen Gegenstoß nach dem anderen laufen, der dann zum 7:22 Endstand führte. Absolut verdient, jedoch aus unserer Sicht jedoch um das ein oder andere Tor zu hoch.
Vermutlich wird uns dieses hohe Ergebnis trotz der herausragenden Ergebnisse in den Spielen zuvor den Platz des besten Zweitplatzierten in den sechs Gruppen gekostet haben, der ebenfalls für die Nordrheinliga gereicht hätte.
Wir sind dennoch glücklich über das Erreichte in dieser Gruppe und die Tatsache überregional spielen zu können. Sicher können wir das Niveau unseres Teams so einschätzen, dass wir auch in der Nordrheinliga hätten spielen können, um dort nicht wöchentlich abgeschossen zu werden. Das Reglement und die allen bekannte und bereits beschriebene Problematik sorgten für uns leider dafür, dass uns dies in diesem Jahr verwehrt bleibt.
Wie geht es nun für uns weiter? Wir freuen uns auf die Oberliga und wollen unser junges Team dort individuell wie spielerisch weiterentwickeln. Zudem halten wir natürlich den Kontakt zu den Nordrheinliga-Teams, um hier als Spiel- und Trainingspartner während der Saison zu agieren. Und bestimmt gibt es auch das ein oder andere gut besetzte Turnier, an dem wir uns mit anderen guten Teams messen können.
Danke nochmals für die super Unterstützung an unsere Eltern und Fans. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass auch so viele Spieler der anderen Mannschaften mit in Tönisvorst gewesen sind.

