Nach der Auftaktniederlage zu Hause und unserem ersten Auswärtssieg in Mönchengladbach war die Mission für den dritten Spieltag klar: Der erste Heimsieg sollte her. Mit dem HSV Wegberg wartete allerdings ein Gegner, der uns über fast die gesamten 50 Minuten forderte.
Dabei hatten wir das Spiel über weite Strecken in der Hand, machten es uns aber immer wieder selbst schwer. Schon in der ersten Halbzeit konnten wir uns mehrfach mit drei oder vier Toren absetzen, ohne den Vorsprung entscheidend auszubauen. Zur Pause führten wir verdient mit 14:11.

Der Grund lag weniger beim Gegner als bei uns selbst: Zu viele technische Fehler, ungenaue Pässe und vor allem zahlreiche ausgelassene freie Torchancen verhinderten, dass wir uns früher absetzen konnten. Allein elf freie Würfe vor dem Tor blieben ungenutzt. So hielten wir Wegberg immer wieder selbst im Spiel.
Auch nach der Pause blieb es eng. Aus unserem 14:11 wurde innerhalb der ersten Minute ein 14:13, und bis knapp zehn Minuten vor Schluss bewegte sich der Abstand meist nur zwischen einem und drei Treffern. Noch nach rund 40 Minuten stand es lediglich 22:21.
Spätestens jetzt war klar: Dieses Spiel würde nicht über Schönheit entschieden, sondern über Wille, Konzentration und Verantwortung. Genau das war auch die Botschaft des Trainerteams: Jetzt zählt jede Aktion – jeder Pass, jeder Zweikampf, jeder Abschluss und jede Abwehraktion.
Und unsere Mannschaft nahm diesen Auftrag an. Aus dem 22:21 wurde über 24:21 und 25:21 schließlich ein 26:21. Unsere Abwehr zwang Wegberg zunehmend zu Fehlern, wir nutzten die Ballgewinne konsequenter und schafften damit endlich den Abstand, auf den wir zuvor so lange hingearbeitet hatten. Am Ende stand ein verdienter 29:24-Heimsieg.
Ganz nebenbei bewiesen die Mädels damit auch: Wenn man das Heft des Handelns schon in der Hand hat, sollte man es nicht ständig wieder kurz beim Gegner ausleihen.
Besonders erfreulich war diesmal unsere Torverteilung. Julia Otten übernahm erneut viel Verantwortung und war mit acht Treffern unsere erfolgreichste Torschützin. Dahinter folgten gleich drei Spielerinnen mit jeweils fünf Toren: Rosalie Michalski, Lisa Vonhoegen und Greta Gohr.
Gerade Lisa setzte mit ihren fünf Treffern starke Akzente. Besonders schön war außerdem die Leistung von Greta Gohr, die erst seit wenigen Wochen regelmäßig mit unserer Mannschaft trainiert. Auf der Kreisläuferposition erzielte sie bei ihrem ersten Heimspiel fünf Tore und zeigte damit eindrucksvoll, wie schnell sie bereits ihren Platz im Team gefunden hat. Ioana-Adelina Rica steuerte drei Treffer bei, Elisa Hacmann zwei und Isabell Gier einen.
24 Gegentore sind für unseren eigenen Anspruch noch etwas zu viel. Trotzdem gab es defensiv viele gute Momente. Immer dann, wenn wir früh Kontakt hergestellt, den Rückraum unter Druck gesetzt und Wegberg in ungünstige Wurfpositionen gezwungen haben, konnten sich auch unsere Torhüterinnen mit wichtigen Paraden auszeichnen. Das bleibt eine wichtige Erkenntnis: Gute Torhüteraktionen beginnen oft schon mit guter Abwehrarbeit.
Der erste Heimsieg ist geschafft. Gleichzeitig wissen wir sehr genau, woran wir weiterarbeiten müssen: weniger technische Fehler, mehr Konsequenz vor dem Tor, mehr Geschwindigkeit und noch mehr Souveränität in unseren Entscheidungen. Genau darin liegt die nächste Aufgabe für unsere junge Mannschaft.

