Am Sonntagnachmittag ging es für unsere weibliche C2 erneut in den Mönchengladbacher Raum – diesmal zum ATV Biesel. Uns war bewusst, dass wir auf eine Mannschaft treffen würden, die überwiegend mit älteren Jahrgängen antritt und zusätzlich B-Jugendspielerinnen einsetzt. Dadurch spielt Biesel außer Wertung. Für uns änderte das an der sportlichen Aufgabe allerdings nichts: Wir wollten auch dieses Spiel gewinnen.
Der Start war allerdings alles andere als souverän. Wir gingen extrem nervös in die Partie, leisteten uns viele technische Fehler und vergaben bereits in der ersten Halbzeit mindestens sieben freie Torchancen. Statt uns früh abzusetzen, machten wir uns das Leben damit selbst schwer. Auch in der Abwehr standen wir phasenweise ordentlich, ließen aber immer wieder einfache Anspiele an den Kreis zu – genau das, was wir eigentlich verhindern wollten.

So blieb Biesel lange im Spiel. Nach einem frühen 0:2-Rückstand fanden wir zwar schnell zurück und führten zwischenzeitlich bereits mit 6:3 und 9:6, konnten uns aber nie entscheidend lösen. Kurz vor der Pause kam Biesel sogar noch einmal zum 14:14-Ausgleich, ehe Rosalie Michalski mit zwei Treffern für unsere 16:14-Halbzeitführung sorgte.
In der Halbzeit war deshalb klar, was sich ändern musste: mehr Bewegung, mehr Tempo und vor allem deutlich mehr Laufbereitschaft im Angriff. Wenn in der ersten Hälfte noch zu oft aus dem Stand gespielt und auf Einzelaktionen gesetzt wurde, sollten jetzt Freilaufen, Doppelpässe und das Zusammenspiel mit dem Kreis viel stärker in den Mittelpunkt rücken.
Und genau das gelang. Nach der Pause kam deutlich mehr Dynamik in unser Angriffsspiel. Die Pässe wurden schneller, die Laufwege klarer und die Abwehr von Biesel dadurch wesentlich stärker in Bewegung gebracht. Innerhalb weniger Minuten zogen wir vom 16:15 auf 23:16 davon und hatten das Spiel damit erstmals wirklich unter Kontrolle.
Manchmal hilft im Handball eben keine komplizierte Geheimformel – manchmal reichen schon ein paar zusätzliche Meter Laufweg, ein schneller Pass und die Erkenntnis, dass sich ein Ball in Bewegung meist wohler fühlt als im Stand.
Besonders erfreulich war die breite Verteilung unserer Tore. Julia Otten war mit neun Treffern erneut unsere erfolgreichste Torschützin, Rosalie Michalski folgte mit acht Toren. Dazu trafen Elisa Hacmann, Leni Dunkel und Lisa Vonhoegen jeweils dreimal, Isabell Gier und Emilie Sommer zweimal sowie Ellen Ratersmann, Greta Gohr und Ioana-Adelina Rica jeweils einmal.
Dass sich am Ende so viele Spielerinnen in die Torschützenliste eintragen konnten, passt sehr gut zum Verlauf der zweiten Halbzeit. Nachdem wir uns abgesetzt hatten, konnten wir viel wechseln und allen 16 Spielerinnen Einsatzzeiten geben. Der Vorsprung blieb dabei stabil, und am Ende stand ein verdienter 33:24-Auswärtssieg.
Ganz zufrieden können wir trotzdem nicht sein. Die vielen technischen Fehler, die ausgelassenen freien Chancen und die Probleme bei den Kreisanspielen bleiben Themen, an denen wir weiterarbeiten müssen. Gleichzeitig hat die Mannschaft aber wieder gezeigt, dass sie auf eine schwierige erste Halbzeit reagieren und Vorgaben aus der Halbzeitansprache umsetzen kann.
Jetzt wartet mit dem Heimspiel gegen den TV Birkesdorf das erste Derby der Saison. Beide Mannschaften kennen sich gut, und wir wissen, dass uns dort eine sehr anspruchsvolle Aufgabe erwartet. Mit dem Sieg in Biesel im Rücken wollen wir die positive Energie mitnehmen – und in der Trainingswoche weiter genau an den Dingen arbeiten, die uns heute das Leben noch unnötig schwer gemacht haben.

