Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter im Derby

Clever und mutig in Halbzeit eins

Im Regionsderby gegen den TV Birkesdorf musste sich unsere weibliche C2 am Ende mit 26:38 geschlagen geben. Dabei zeigte die Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit, dass sie gegen einen körperlich starken und im Rückraum sehr gefährlichen Gegner durchaus mithalten kann. Nach dem frühen 0:3 kämpften wir uns über 4:5 bis auf 7:8 und 8:9 heran.

Mit einer bewusst defensiven Deckung gelang es, den Birkesdorfer Rückraum immer wieder vor Aufgaben zu stellen. Mit 12:17 ging es in die Pause.

Gerade in dieser Phase zeigte die Mannschaft Geduld, Cleverness und Mut. Statt den körperlichen Vergleich zu suchen, fanden wir mit Bewegung, Technik und spielerischen Lösungen gute Antworten. Auch im Angriff wurde die Verantwortung erfreulich auf viele Schultern verteilt.

Der Bruch nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel verloren wir leider den Faden. Birkesdorf nutzte diese Phase konsequent und zog innerhalb weniger Minuten von 17:12 auf 23:13 davon. Neben Problemen in der Deckung machten wir es dem Gegner mit einer Vielzahl technischer Fehler und insgesamt 19 Fehlwürfen zu einfach, zu Ballgewinnen und klaren Torchancen zu kommen. Gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität lässt sich das nur schwer auffangen.

Hinzu kam die körperlich intensive Spielweise der Gäste. Es wurde viel Körperkontakt zugelassen, womit unsere Mädels phasenweise zu kämpfen hatten. Genau darin liegt aber auch ein wichtiger Lerneffekt: Körperliche Überlegenheit können wir nicht verändern – unsere Antwort darauf schon. Mit mehr Bewegung, Schnelligkeit, Technik, taktischer Raffinesse und Cleverness können wir auch gegen solche Gegner bestehen. Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind.

Was wir mitnehmen

26 eigene Tore gegen eine körperlich aktive und gut organisierte Birkesdorfer Mannschaft sind durchaus ein positives Zeichen. Gleichzeitig sind 38 Gegentore, 19 Fehlwürfe und die vielen technischen Fehler klare Hinweise darauf, woran wir weiterarbeiten müssen: mehr Stabilität in der Deckung, mehr Konsequenz im Abschluss und weniger einfache Ballverluste.

Birkesdorf war an diesem Tag verdienter Sieger und in seiner Entwicklung einen Schritt weiter. Für uns bleibt dennoch eine wertvolle Erkenntnis: Wir können mithalten, wenn wir clever und konsequent spielen. Jetzt geht es darum, genau diese Phasen länger zu machen und die nötige Stabilität über ein komplettes Spiel zu entwickeln.

Torschützinnen: Julia Otten 5, Lisa Vonhoegen 5, Ioana-Adelina Rica 4, Emilie Sommer 3, Rosalie Michalski 3, Leni Dunkel 2, Greta Gohr 2, Isabell Gier 2.